Ich begann in der Folge meine Gedichte, Geschichten und Aphorismen mit anderen zu teilen. Es zeigte sich,
dass so schlecht nicht war, was in meiner Schublade und später auf meiner Festplatte lag und ich begann
mich mit dem Gedanken an eine erste Veröffentlichung zu befassen. Es sollten aber noch fünf Jahre vergehen
bis ich in die Tat umsetzte, was über beinah zwanzig Jahre in mir gereift war.
Nach wenigen, zögerlichen Versuchen bei großen Verlagen Gehör zu finden, entschloss ich mich die Zeit nicht
länger mit Bitten und Klinken putzen zu verbringen, sondern mein Glück in die eigenen Hände zu nehmen. Ich
wählte einen Selbstverlag, ohne zu bedenken wie viel eigene Aktivität im Bereich der Werbung und Vermarktung von mir gefordert
sein würde. So wurde mein erstes Buch kein Verkaufsschlager, aber wer es in die Hände bekam und las der sprach mir Mut zu
und das war eigentlich alles was ich mir für den Anfang wünschen durfte.
Weil mir die Arbeit an der Veröffentlichung viel Freude gemacht hatte, veröffentlichte ich ein Jahr später im gleichen Selbstverlag
einen Roman. Ich tat dies, nicht mehr mit großer Erwartung, sondern mit dem sicheren Gefühl etwas geben zu wollen, ohne etwas
erhalten zu müssen. Ich freute mich gelesen zu werden, aber ich musste nicht verkaufen. Ich besaß einen guten Erwerbsberuf,
ich hatte gelernt ein Buch zu layouten, ein Cover zu gestalten, hatte eine Lektorin gefunden die den Rest übernahm, erhielt
erste Rezensionen in lokalen Zeitungen und gab einem lokalen Fernsehsender ein erstes Interview. Ich konnte meine Bücher so
erzählen und gestalten, wie ich es für vertretbar hielt. Kein Verlag, kein Literaturagent der mir erklärte, wie es denn geschrieben
sein müsste. Kein Vampir-Roman, kein Skandinavien-Krimi, keine historische Liebesgeschichte. Die kommerzielle Niederlage
lernte ich akzeptieren, dafür blieb meine Kreativität am Leben.
Seit dem sind noch ein Mal fast vier Jahre vergangen. Ich habe gelernt die Oppositionshaltung wieder auf zu geben und möchte
jetzt mit neuen Ideen und Neuauflagen der alten Ideen noch ein Mal den Versuch unternehmen Öffentlichkeit zu finden.
Für Sie als Leser habe ich die Tür geöffnet damit Sie sich vorstellen können, wie ich zur Literatur kam und wie sie Teil meines
Lebens wurde. Ich hoffe Sie sind neugierig geworden was für Geschichten das wohl sind, die jemand schreibt, der der Literatur
ganz zufällig über die Füße gestolpert ist.
Fortsetzung Vita
© Peter Georgas-Frey